Trennung: Ist die Beziehung am Ende?

Eine Trennung ist in jeder Partnerschaft oder Ehe ein gravierendes Erlebnis. Schließlich wollten beide Partner den Lebensweg gemeinsam beschreiten und plötzlich geht jeder seiner Wege. Das ist nicht einfach. Mit unserem Trennungs Ratgeber möchten wir Ihnen die wichtigen Schritte und Phasen der Trennung erläutern.

trennung

© zinkevych – fotolia.de

Phasen der Trennung

Die Phasen der Trennung beginnen, wenn es einem oder beiden Ehepartnern bewusst wird:

Es läuft nicht mehr wie zuvor. Plötzlich steht der Begriff Trennung im Raum. Zunächst eher theoretisch, materialisiert sich in der nächsten Phase die Erkenntnis, dass es nicht mehr weitergehen darf wie bisher.

Manchmal hilft noch eine Trennung auf Zeit, damit die Partner erkennen, was sie einander haben. Oft genug reicht nicht einmal das und selbst die Trennungsangst wird überwunden.

Die Phasen der Trennung im Überblick:

  • Nicht wahrhaben wollen
  • Erinnerungen kommen wieder auf
  • Neuorientierung
  • Loslösen vom Trennungsschmerz

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Ist der Trennungswille erst einmal gereift und besteht keine berechtigte Hoffnung, das Ruder noch einmal herumzureißen (Stichwort: Mediation), geht es meist um ganz pragmatische Dinge:

  • Wo kann ich hingehen, um dem Partner nicht ständig zu begegnen?
  • Bleibe ich in der gemeinsamen Ehewohnung oder der Ehepartner?
  • Wie schaffe ich diese Trennung finanziell?
  • Wer muss wem Trennungsunterhalt zahlen?
  • Wo bringe ich meinen Teil des Eigentums unter, solange ich noch keine eigene Wohnung habe?

Solange die Chance besteht, noch „vernünftig“ miteinander sprechen zu können, sollten Sie dies tun, insbesondere, um nicht schon die Trennung zum Krieg ausarten zu lassen.

Es gibt viele Faktoren zu beachten, um auch juristisch auf der sicheren Seite zu sein. Daher ist eine frühzeitige Beratung, z.B. über unsere Anwaltshotline oder kostenlose Hilfehotline empfehlenswert.

Über unsere Anwaltshotline erhalten Sie konkreten Rechtsrat in jeder Phase Ihrer Trennung und einer späteren Scheidung.

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Wie erkennt man die Trennung?

Eine Trennung erkennt man von außen in erster Linie dadurch, dass die Partner ihre häusliche Gemeinschaft beendet haben. Sie ist es deutlich erkennbar, wenn ein Partner aus der Wohnung auszieht. Er oder sie demonstriert damit, dass die sog. eheliche Gemeinschaft dauerhaft nicht mehr fortbestehen soll.

Nach einem Streit einmal im Hotel zu übernachten oder fremdzugehen und dann wieder zurückzukehren, ist noch kein Beweis für den festen Trennungswillen.

Wie beweist man die Trennung?

Um die Trennung für die spätere Scheidung zu beweisen, ist der Auszugstermin ein entscheidender Faktor. Schließlich kann ein Partner auch nach einem Trennungsjahr seine Einwilligung in die Scheidung verweigern und diese damit bis zu drei Jahre verzögern, indem er behauptet, die Partner hätten sich nicht getrennt. Nach drei Jahren Trennungszeit lässt dich jedoch mit diesem Argument die Scheidung nicht mehr verhindern (§ 1566 II BGB).

Besser ist es natürlich, wenn die Trennung einvernehmlich erfolgt. Dann reicht es aus, im Scheidungsantrag die Trennung und den Trennungstermin anzugeben. Der Partner stimmt diesem dann zu.

Wenn sich nur ein Ehepartner gegen den Willen des Partners trennen möchte, ist er verpflichtet, den Trennungstermin im Scheidungsantrag nachzuweisen. Hat er einen neuen Hausstand begründet, ist dieser Nachweis leicht zu führen.
Schwieriger wird es, wenn die Partner innerhalb der ehelichen Wohnung getrennt leben.

Man kann nur raten, diese schwierige Konstellation zu vermeiden! In diesem Sonderfall empfehlen wir, einen sog. „Trennungsbrief“ aufzusetzen. Er soll die Trennung gegenüber dem Partner dokumentieren und gewinnt an Bedeutung, wenn Dritte die Trennung bezeugen können.

Wie lebt man getrennt in der gemeinsamen Wohnung?

Getrennt in einer gemeinsamen Wohnung zu leben ist gesetzlich kein Ausschlusskriterium für eine Trennung. Häufig leben die Ehepartner aus finanziellen Gründen noch in der gemeinsamen Wohnung, jedoch getrennt „von Tisch und Bett“. Zum Teil sind ja auch beide Partner Eigentümer oder Mieter der Wohnung. Daher darf ein Partner den anderen nicht einfach vor die Tür setzen und ihm den Zutritt zur Wohnung verweigern. Diesen Sachverhalt nennt der Jurist „verbotene Eigenmacht“.

Hinweis zur Trennung von Tisch und Bett:

In der gemeinsamen Wohnung sollten die Räume aufgeteilt und der persönliche Hausrat getrennt werden. Für die sog. Trennung von „Tisch und Bett“ müssen die Schlafzimmer auf jeden Fall getrennt sein. Gemeinschaftsräume, die oft nur einfach vorhanden sind, z.B. Badezimmer und Küche, dürfen gemeinsam genutzt werden.

Gemeinsames Fernsehen im Wohnzimmer oder gemeinsame Mahlzeiten sind jedoch ausgeschlossen. Daneben führen die Partner ab sofort getrennte Haushalte mit separaten Kassen. Hilfe ist jedoch in Notfällen erlaubt.

Wenn auch Kinder in der Wohnung leben, so müssen sie über die Trennung informiert werden. Im Interesse der Kinder sind einige Gemeinsamkeiten jedoch gestattet. Auch sollten die Partner klären, wer sich wann um die Kinder kümmert.

Generell sollte man solch komplizierte und schwer nachzuvollziehende Konstellationen – auch mit Rücksicht auf die Kinder – eher vermeiden. Klare Verhältnisse sind auf längere Sicht stets die bessere Lösung.

Welche finanziellen Auswirkungen hat eine Trennung?

Die finanziellen Auswirkungen einer Trennung können vielfältig sein. Generell fehlt das zweite Einkommen, sofern beide Partner berufstätig sind. In diesem Fall sollten auch die Steuerklassen geändert und eine gemeinsame Veranlagung beendet werden.

Mit einer Trennung sollte jeder Partner auch eigene Sachversicherungen abschließen. So beispielsweise eine eigene Hausratversicherung, eine eigene Haftpflichtversicherung, eine eigene KFZ-Versicherung, wenn das Auto bisher auf den Partner angemeldet war.

Wer nicht berufstätig ist, sollte sich juristischen Rat über unsere Anwaltshotline einholen, ob er Trennungsunterhalt (Ehegattenunterhalt) fordern kann. Wer die Kinder bei sich hat, hat Anspruch auf Kindesunterhalt.

Wenn beide Ehepartner im Mietvertrag der bisherigen Ehewohnung stehen, sollte dieser nach Auszug – nicht zuletzt aus Haftungsgründen – geändert werden.

Welche Auswirkungen hat die Trennung auf Vermögen, Schulden oder eigene Immobilie?

Die finanziellen Auswirkungen sind im Einzelfall zu klären und hängen von der jeweiligen Vertragsgestaltung ab. Zunächst – bis zur Scheidung – bleiben die meisten Verpflichtungen jedoch erst einmal erhalten.

Schützen Sie sich vor finanziellen Fehlentscheidungen

In jedem Fall sollten Sie sich bei einer Trennung kurzfristig von einem Anwalt über unsere Hotline beraten lassen, um keine Fehlentscheidungen zu treffen, die sich später nicht revidieren lassen.

Muss der Unterhalt schon im Trennungsjahr gezahlt werden?

Der Kindesunterhalt muss bereits im Trennungsjahr gezahlt werden, weil jedes Kind diesen Anspruch hat. In einer laufenden und funktionierenden Ehe, bei der die Eltern zusammen leben, ist dieser nur nicht streitig. Trennen sich die Eltern, so ist in der Regel ein Anspruch auf Kindesunterhalt gegeben, der als Geldleistung an den Partner zu zahlen ist, bei dem die Kinder leben.

Trennungsunterhalt für den Ehepartner gehört in den Bereich Ehegattenunterhalt. Der finanziell schlechter gestellte Partner hat im Trennungsjahr und bis zur Scheidung ggf. Anspruch auf Trennungsunterhalt.

Trennung mit Kindern

Bei einer Trennung sollten Vereinbarungen über den gewöhnlichen Aufenthalt der Kinder im Trennungsjahr getroffen werden. Das Sorgerecht bleibt in der Regel zunächst bei beiden Elternteilen.

Den Kindern sind generell beide Eltern zum Unterhalt verpflichtet. Meist leistet derjenige, bei dem die Kinder bleiben den sog. Naturalunterhalt, also die Bereitstellung eines Zuhauses mit allem, was dazu gehört. Der andere Partner leistet seinen Barunterhalt durch die Zahlung von Geld. Die Unterhaltshöhe bemisst sich nach der Düsseldorfer Tabelle.

Welche rechtlichen Wirkungen hat eine Trennung?

Eine Trennung hat neben der menschlich-sozialen Seite auch rechtliche Wirkungen.

Trennung beim Einwohnermeldeamt eintragen lassen
Das deutsche Eherecht regelt die Trennung in § 1567 BGB. Steuerlich kann der Beginn der Trennung durch den Wechsel der Steuerklasse dokumentiert werden.
Dieser Wechsel erfolgt durch Erklärung des geänderten Familienstands gegenüber dem Einwohnermeldeamt.

Wohnungszuweisung
Im Falle des Getrenntlebens kann es zu einer Wohnungszuweisung kommen, die auf Antrag vor dem zuständigen Familiengericht verhandelt wird.

Steuerliche Auswirkungen der Trennung
Bei Arbeitnehmern in Deutschland richtet sich der Abzug von Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag sowie ggf. Kirchensteuer nach der eingetragenen Lohnsteuerklasse. Das Einkommensteuergesetz kennt sechs Lohnsteuerklassen.

Ehegattensplitting – Steuerlich kann der Beginn der Trennung im laufenden Jahr durch den Wechsel in die Steuerklasse IV dokumentiert werden. Im auf die Trennung folgenden Kalenderjahr sollten Sie Steuerklasse I auf der Steuerkarte angeben.

Trennungsunterhalt – Wenn Ehepartner beschließen fortan getrennte Wege zu gehen, muss der finanziell besser gestellte Ehepartner den Lebensunterhalt des anderen Ehepartners sicherstellen. Man nennt dies Trennungsunterhalt.

Wirkt sich die Trennung auf eine gemeinsame Wohnung aus?

Eine Trennung wirkt sich auch auf die gemeinsame Wohnung aus. Wenn es im Laufe einer Scheidung zur vermögensrechtlichen Auseinandersetzung kommt, kann sich diese auf gemeinsamen Immobilien- und Grundbesitz (Miteigentum) beziehen.

Generell besteht jedoch während des ersten Trennungsjahres keine Pflicht zur Auflösung von Miteigentum. Spätestens nach der Ehescheidung kann jedoch jeder der beiden Ehegatten vom jeweils anderen den Verkauf des Eigentums verlangen. Wenn beide Ehegatten Miteigentümer sind, müssen auch beide dem Verkauf zustimmen.

Ist eine Teilungsversteigerung vermeidbar?

Eine Teilungsversteigerung des gemeinsamen Grundbesitzes führt in der Regel zu wirtschaftlichen Nachteilen für beide Partner. Wenn die Ehegatten sich über die Verwendung des Grundbesitzes einig sind, lässt sich das leicht vermeiden.

Nur wenn sich auf dem Verhandlungsweg keine Einigung erreichen lässt, kann die Zustimmung dazu eingeklagt oder eine sog. Teilungsversteigerung (§ 753 Abs. 1 BGB in Verbindung mit § 180 Abs. 1 ZVG) betrieben werden. Ziel ist die Teilung des Miteigentums. Dazu ist die entscheidende Bedingung, dass beide Ehegatten im Grundbuch als Eigentümer eingetragen sind.

Tipps zur Teilung nach der Trennung:

  • Beide Partner verkaufen den Grundbesitz gemeinsam und teilen sich nach Abzug eventueller Verbindlichkeiten den Erlös
  • Ein Ehegatte überträgt seinen Miteigentumsanteil auf den anderen Ehegatten gegen Zahlung einer Entschädigung. Hier können zugleich Zugewinnausgleichsansprüche oder Unterhaltsansprüche des Ehegatten verrechnet werden
  • Beide Partner vermieten den Grundbesitz gemeinsam und teilen sich die Mieteinnahmen sowie mögliche Zins- und Tilgungszahlungen
  • Zwischen beiden Partnern wird eine Nutzungsvereinbarung getroffen, die vorsieht, dass der eine Ehegatte das Nutzungsrecht an dem gemeinsamen Grundstück hat und dem anderen Ehegatten eine Nutzungsentschädigung dafür zahlt. Die Eigentumsverhältnisse bleiben dabei unverändert. Auch hier ist die Verrechnung mit Unterhaltsansprüchen des Ehegatten möglich

Wenn Sie bei einer Trennung potenzielle Fehler vermeiden möchten, ist es ratsam, eine Trennungsvereinbarung zu erstellen.

Was muss zwischen Ihnen und Ihrem Partner geregelt werden?
Was möchten Sie geregelt wissen?
Wer bleibt in der Ehewohnung?
Bei wem wohnen die Kinder?
Wie viel Unterhalt ist zu zahlen?


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